8.08.19

Wer in eine der sieben Fallen getappt ist, kann sich aus ihr befreien, indem er etwas Unkonventionelles macht, das heißt seine alten Handlungsmuster auflöst und etwas bahnbrechend Neues ausprobiert. Warum ist das so? Ganz einfach: Wir Menschen sind in Verhaltens-Automatismen gefangen und handeln in vielen Dingen, ohne groß darüber nachzudenken. Das sorgt dafür, dass sich unsere Handlungsmuster verfestigen und mit den Jahren immer schwerer lösbar werden. Die einzige Möglichkeit, diese Automatismen zu lösen ist, stehen zu bleiben, zu reflektieren und dann zu entscheiden, wie Sie jetzt anders handeln werden.

Falle 1 – die Beziehungsfalle
Alex hat einen guten Job. Trotzdem lebt er über seine Verhältnisse. Seiner Frau Kim ist das ein Dorn im Auge. Als Alex trotz horrender Kreditkartenschulden mit einem neuen Sportauto zu Hause vorfährt, bringt das das Fass zum Überlaufen. Sie trennt sich von ihm und verlässt die Familie, um einen neuen Job anzunehmen. Alex‘ unbefangener und leichtsinniger Umgang mit Geld wurde in seiner Sozialisation geprägt. Alex wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, in der immer genug Geld vorhanden war. Kim dagegen erlebte in ihrer Familie einen gesellschaftlichen Absturz, weil ihr Großvater das ganze Geld durchgebracht hatte. Aufgrund dieser unterschiedlichen Familiengeschichten haben beide ein völlig unterschiedliches Verhältnis zum Geld. Außerdem: Beide verhalten sich in der Beziehung wie verheiratete Singles: Es gibt kein Wir. Daher bleibt jeder auf seinem Weg, niemand ist bereit, sich zuerst zu ändern.

Die bahnbrechende Idee:
Eine gemeinsame Vision für die Beziehung/Ehe entwerfen und sich auf einen Weg einigen, wie man gemeinsam dorthin gelangen kann. Legen Sie mit Ihrem Partner schriftlich nieder, was Sie verbindet, wie Sie mit Finanzen umgehen, Kinder erziehen etc. Finden Sie heraus, was Ihrem Partner heute wichtig ist. Das muss nicht das Gleiche sein, was es vor 10 Jahren war. Menschen ändern sich ständig. Wichtig ist, dass Sie wissen, was für den Partner heute wichtig ist.

Falle 2 – die Geldfalle
Alex lässt sich zu Impulskäufen hinreißen. Das neue Sportauto kauft er von dem Geld, das für einen Familienurlaub auf Hawaii angespart worden war. Die Kreditkartenzinsen fressen das Familie-vermögen auf. Dabei steht das Studium der Tochter an, das finanziert werden müsste. Alex verschließt davor die Augen. Da seine Frau ihn verlassen hat, fahren die Kinder allein mit dem Vater nach Hawaii. Dort erzählt Alex seinen Kindern, dass er hohe Schulden bei seinen fünf Kreditkartenanbietern aufgetürmt hat. Beide Kinder sind entsetzt und wollen dem Vater helfen. Sie basteln eine Schuldenschlange und bemühen sich schon im Urlaub, Geld zu sparen.

Die bahnbrechende Idee:
Den Abbau der Schulden in ein Spiel verwandeln und spaßbetont, interessant und motivierend gestalten. Entwickeln Sie zusammen mit Familienmitgliedern ein Anzeigeinstrument, das Sie an einem Ort platzieren, an dem es für alle sichtbar ist. Bevor Sie einen Impulskauf im Alltag machen: Überlegen Sie zehn Minuten lang, ob Sie es wirklich brauchen. Wenn Sie dann sagen „Ja“, dann kaufen Sie es. Wenn Sie sagen „Nein“, dann nicht. Wenn Sie eine Minute später dann doch zugreifen möchten, dann überlegen Sie wieder zehn Minuten usw. Sie werden erstaunt sein, wie Sie mit dieser Technik Ihre Impulskäufe reduzieren.

Falle 3 – die Aufmerksamkeitsfalle
Alex erkennt, dass er sich im Job zu wenig auf sein eigenes Tun konzentriert hat. Er hat oft die Arbeit für andere mit erledigt. Das will er ändern. Er zieht Grenzen, stößt seinen Freund und Kollegen damit vor den Kopf, wird aber viel effizienter, innovativer und erfolgreicher in seinem Bereich. Und er hat endlich Zeit, die Fußballspiele seines Sohnes zu sehen, weil er jetzt früher zu Hause ist.

Die bahnbrechende Idee:
Zu erkennen, dass wir nicht alles schaffen können. Wir müssen das Unwichtige herausfiltern, uns von nebensächlichen Details lösen und lernen, öfter Nein zu sagen, damit wir zu den Dingen Ja sagen können, an denen uns am meisten liegt.

Falle 4 – die Veränderungsfalle
Alex träumt seit seinem Studium davon, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Aber als Hauptverdiener seiner Familie sah er sich immer in der Pflicht, in seinem gut bezahlten Job zu bleiben. So hat er die notwendige Veränderung, um seinen Traum zu realisieren, immer weiter hinausgeschoben.


Die bahnbrechende Idee:
Änderungen umgehend entschlossen vornehmen, wenn das Gewissen es diktiert, statt erst dann, wenn die Umstände es erzwingen. Menschen vermeiden Veränderungen, weil sie schwierig und unbequem sind, oft bis es nicht mehr zu vermeiden ist. Das Gewissen sagt ihnen jedoch meist schon viel früher, wann es Zeit für einen neuen Schritt ist. Fragen Sie sich daher: Was hält mich davon ab, die Veränderung anzugehen?

Falle 5 – die Lernfalle
Alex erkennt, dass er immer auf die guten Ergebnisse geschaut und das Scheitern ausgeblendet hat. Selbst beim Fußballspiel seines Sohnes interessierten ihn immer nur die Fragen: „Sieg?“ und „Wie viele Tore hast du geschossen?“ Das möchte er jetzt ändern: Scheitern gehört zum Lebensweg dazu und ermöglicht es uns zu lernen.

Die bahnbrechende Idee:
Das Bemühen, die Reise, der Prozess sind genauso ein Grund, sich zu freuen und zu feiern, wie das Endergebnis. Fehler sind lehrreich. Man soll aus ihnen lernen, statt sie zu verbergen. Reflektieren Sie Ihre Einstellung zu Fehlern: Betrachten Sie Fehler als Chance? Halten Sie an Ihrem Weg trotz des Scheiterns fest? Freuen Sie sich über jeden einzelnen Fehler, denn Sie haben durch ihn für Ihr weiteres Leben gelernt. Sie sind weiser geworden.

Falle 6 – die Karrierefalle
Alex hält an seinem Job fest, obwohl er ihn als nicht mehr her-ausfordernd empfindet. Finanzielle Sicherheit ist ihm wichtig. Er hat sich in seiner Karriere-Komfortzone eingerichtet. Als er das erkennt, lehnt er eine Beförderung in seiner Firma ab und wagt endlich den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die bahnbrechende Idee:
Ihr Beruf sollte alle vier Dimensionen einer erfolgreichen Karriere abdecken: Finanzen, eigene Ideen, Begeisterung, Sinn. Überprüfen Sie, ob das in Ihrem aktuellen Job erfüllt ist. Wenn nein, was können Sie verändern, damit es besser wird?

Falle 7 – die Sinnfalle
„Deine Beziehungen und Erfahrungen sind das Einzige, was du aus diesem Leben mitnehmen kannst“, sagt Victoria, seine Mentorin, im Buch zu Alex. „Konsum und das Anhäufen von Sachen gehören nicht dazu.“


Die bahnbrechende Idee:
Wahres Glück entsteht dadurch, dass wir etwas für andere tun, bedeutsame Beiträge leisten, dauerhafte Beziehungen aufbauen. Besitz spielt dabei lediglich eine unterstützende Rolle; er ist nicht bedeutender als die menschlichen Beziehungen. Trennen Sie sich von überflüssigen Dingen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten umziehen. Von welchen Sachen können Sie sich trennen, sie verkaufen oder verschenken? Sie müssen nicht alles auf einmal aussortieren. Nehmen Sie sich z. B. vor, dass Sie jede Woche fünf Sachen aussortieren. Zuerst in der Küche, dann im Wohnzimmer, dann im Schlafzimmer. So wird das Auf-räumen ganz nebenbei erledigt.

Aus: Assistenz & Sekretariat Inside (2018/24)
Chefredakteurin: Dunja Schenk

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Alexander Mertin

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